Eine Frau erklärt ein Diagramm einem Publikum. Die Fachleute diskutieren über die grüne Energiewende. Foto: Bernd Schumacher/Fraunhofer ISE

Foto: Bernd Schumacher/Fraunhofer ISE

Energiewende: Fortschritt durch Fokus auf Chancen und Lösungen

03. Dezember 2025

Wie kann die Energiewende trotz zahlreicher Herausforderungen und geopolitischer Krisen weiter voranschreiten? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Freiburg Energy Talks 2025, bei denen Energiefachleute die aktuelle Lage und zahlreiche Lösungsansätze diskutierten. Eine gemeinsame Publikation des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE und der Akademieninitiative „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) fasst die wichtigsten Erkenntnisse der Veranstaltung zusammen.

Ausgerichtet wurden die Freiburg Energy Talks 2025 am 18. und 19. Mai 2025 von Fraunhofer ISE und ESYS, einer gemeinsamen Initiative von acatech, Leopoldina und Akademienunion. Die englischsprachige Publikation „Trends and Challenges of the Global Energy Transition: Insights of the Freiburg Energy Talks 2025” stellt Lösungsansätze in den Bereichen Resilienz, Wertschöpfung, Finanzierung und soziale Fragen dar, die auf der Veranstaltung erarbeitet wurden.

Energiewende: Chance für mehr Energiesicherheit und Wertschöpfung

Ein resilientes Energiesystem muss, genau wie ein primär auf Erneuerbaren basierendes Energiesystem, anpassungsfähig und flexibel sein. Resilienz ist daher nicht nur eine Absicherung gegen Krisen, sondern bietet die Chance, Energiesicherheit und Energiewende gleichermaßen zu fördern. Damit verbundene Regulierungen sollten auf einer objektiven Risikobewertung beruhen und, wo möglich, zu einer internationalen Harmonisierung beitragen.
Durch internationale Partnerschaften und sektorenübergreifende Kooperationen kann die Energiewende auch die Herausbildung neuer globaler Wertschöpfungsketten unterstützen oder diese weiterentwickeln. Um innovative technologische Konzepte in die Anwendung zu bringen, braucht es allerdings eine Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Industrie und Regierung – sowohl auf lokaler als auch auf internationaler Ebene.

Transparente und faire Lösungen für Finanzierung und soziale Herausforderungen nötig

Für die Umsetzung der Energiewende braucht es stabile und vorhersehbare Rahmenbedingungen. Dazu gehört neben Infrastrukturen unter anderem eine klare politische Unterstützung, die sich auch in der öffentlichen Kommunikation zeigen muss. Faire marktbasierte Mechanismen, flankiert von rechtlichen Vorgaben, sowie der Aufbau von Leitmärkten können die Nachfrage nach klimafreundlichen Produkten steigern und die Finanzierung der Energiewende sicherstellen.
Doch auch die soziale Dimension der Energiewende sollte Beachtung finden: Lokale Gegebenheiten und kulturelle Differenzen können dazu führen, dass technische oder kommunikative Lösungsansätze nicht auf jeden Ort übertragbar sind und gegebenenfalls angepasst werden müssen. Investitionen in saubere Energien sollten verstärkt in Entwicklungsländern getätigt werden, damit diese in ihrer Industrialisierung weniger auf fossile Ressourcen zurückgreifen müssen und geografische Ungleichheiten sich nicht weiter zunehmen.

Ansprechpersonen


  • Miriam Borgmann
  • stellv. Leitung der Geschäftsstelle / Wissenschaftliche Referentin
  • Energiesysteme der Zukunft

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